Der heute lebende, moderne (zivilisierte) Mensch hält die Bäume meist für eine „leblose Dekoration“ der Natur. Tatsächlich waren und sind sie vielmehr. Unsere Vorfahren, die Kelten lebten in inniger Verbundenheit mit der Natur. Sie wussten, dass Pflanzen und insbesondere Bäume einen Geist, eine Persönlichkeit, ja eine Seele besitzen, mit der es ihnen möglich ist, in Kontakt zu dem Menschen zu treten. Auch war es gängiger Brauch, die Zeit nach den Wachstumsperioden  der Bäume einzuteilen. Eine Legende berichtet von „Cad Coddeu“, der „Schlacht der Bäume“‚ die um ca. 400 v. Chr. in Britannien stattgefunden haben soll. Aus ihr geht eine bestimmte Anordnung Bäume hervor, mit der wir uns anschließend noch befassen werden. Die Schlacht der Bäume markierte lange die traditionellen Anfänge des Druidentums. Das Wort Druide bedeutet in vielen Sprachen“ Eichen-Mann“. Die Wurzel Dru bezieht sich dabei auf die Eiche die bei den Druiden als König der Bäume galt. Die Druiden erschufen sogar eine eigene Schrift welche unmittelbarbar mit den Bäumen zusammenhing und auch auf sie abgestimmt war, dass „Ogham-Alphabet“ Die druidischen Kollegien unterhielten Bibliothekshallen in Form besonderer Langhäuser, in denen auf langen Schnüren Blätter verschiedener Bäume aufgehängt waren (jedes Blatt für einen Buchstaben des Alphabetes oder für eine zentrale Aussage). Wollte ein Student diese “Bücher“ lesen, so ging er an der Schnur entlang, wobei er es durchblätterte. Darum werden die Seiten eines Buches auch heute noch als „Blätter“ bezeichnet.

Hier eine Übersicht über die Ränge der Bäume, welche sich aus oben genannter Schlacht herleitet:

Anführer:                                                 Krieger (Bauern):
Eiche; Apfel; Erle; Weide; Birke                Espe; Esche; Tanne; Weißdorn; Eibe

Wächter (Büsche):                                 Kundschafter (Gesträuch):
Schlehdorn; Eberesche; Holunder;           Efeu; Weinstock; Schilf; Heidekraut;
Haselstrauch; Stechpalme                        Stechginster


Das Ogham diente (genau wie die Runen) in der Regel symbolischen Zwecken. Die Druiden nutzten es aber auch als Möglichkeit der Kommunikation, welcher sich nur Eingeweihte bedienen konnten. Da Außenstehende diese Symbole nicht zu deuten wussten, waren die Inhalte auf diese Weise vor unbefugtem Zugriff geschützt. Das Ogham war aber auch ein wichtiger Erkenntnisweg des Druidentums und wurde nur an auserwählte Schüler von Mund zu Ohr weitergegeben. Es war bis ca. 700 n. Chr. unter den Druiden aller keltischen Stämme in Gebrauch und ermöglichte somit auch bei sprachlichen Barrieren eine Verständigung.

Das Wissen über das Ogham dient dem Magier bei der Herstellung von Amuletten und Talismanen, zum Orakeln und für divinatorische Zwecke.